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Ehrenamt: Die 22-jährige Anke Schütz leitet seit anderthalb Jahren die Jugendgruppe der Kreuzwertheimer Wehr

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Ihr erster Einsatz war der schlimmste. Anke Schütz war 18 Jahre alt, als sie zu einem Unfall auf der Autobahn ausrücken musste. »Daran muss man sich erst mal gewöhnen«, sagt die Kreuzwertheimerin, die seit vier Jahren zu den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr zählt.Als einzige Frau unter 41 Männern leitet Anke Schütz seit anderthalb Jahren die Jugendgruppe der Kreuzwertheimer Wehr. Die Acht- bis Zwölfjährigen kommen einmal pro Woche ins Feuerwehrhaus, wo die 22-Jährige mit ihnen spielt oder bastelt. »Im Sommer sind wir viel draußen unterwegs«, sagt Schütz, die hauptberuflich als Industriekauffrau arbeitet.
In der Jugendgruppe hat auch ihre eigene Feuerwehrkarriere begonnen. Damals war Anke Schütz neun Jahre alt. Mit zwölf wechselte sie in die Jugendfeuerwehr - eine Art Grundschule für spätere Feuerwehrleute. Dort hat sie gelernt, wie ein Löschfahrzeug funktioniert oder wie sich ein Schlauch richtig ausrollen lässt, hat Dienstvorschriften gepaukt und Erste-Hilfe-Kurse absolviert.
Seit sie 18 Jahre alt ist, leistet Anke Schütz aktiven Dienst. Mit ihren Kameraden löscht sie Brände, rückt zu Unfällen auf der Autobahn aus, ist bei Hochwasser oder Stürmen im Einsatz. »Es ist ein gutes Gefühl, Menschen zu helfen«, sagt Schütz. Das ehrenamtliche Engagement liegt in der Familie: ihr Vater und ihr Bruder sind ebenfalls bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Einmal im Monat tritt die 22-Jährige zur Übung an, die rund drei Stunden dauert, einmal pro Woche leitet sie die Jugendgruppe. Dazu kommen die Einsätze, zu denen die Kreuzwertheimer Feuerwehr rund 40 bis 50 Mal im Jahr gerufen wird.
Wenn der Empfänger piepst…
Wann immer ihr Empfänger piepst, muss Anke Schütz ausrücken. Eine Bereitschaft gibt es in Kreuzwertheim nicht, die Leitstelle in Würzburg alarmiert immer die Gesamtwehr. »Nach der Durchsage, was passiert ist, muss ich raus«, sagt Schütz. »Auch wenn es morgens um 5 Uhr ist.« Sobald sie im Feuerwehrhaus angekommen ist, zieht sie ihre Ausrüstung an und steigt in eines der Einsatzfahrzeuge.
Anke Schütz rückt immer mit aus, wenn sie nicht gerade bei der Arbeit ist. Obwohl sie einen großen Teil ihrer Freizeit in die Feuerwehr investiert, bleibt der 22-Jährigen genug Zeit für ihr Hobby Aerobic.
Vier Jungs kommen jede Woche zur Jugendgruppe. An diesem Donnerstag sind es nur zwei. Die Feuerwehrfrau spielt mit Till und Philipp Karten. Dass die beiden Neunjährigen später Feuerwehrmänner werden wollen, steht längst fest.
Schütz würde gerne eine größere Gruppe leiten, ist aber froh, dass es überhaupt Kinder gibt, die sich für die Feuerwehr interessieren. Eine Zeit lang gab es gar keine Jugendgruppe. Erst seit September 2012 sind wieder genug Kinder angemeldet.Der Altersschnitt der Aktiven liegt zwischen 35 und 40 Jahren. Der fehlende Nachwuchs wird spätestens dann zum Problem, wenn die Älteren aufhören und niemand mehr nachrückt, wissen Schütz und ihre Kollegen. Deshalb werben sie an Schulen für ihre Arbeit und organisieren in den Sommerferien einen Aktionstag für Kinder ab zwölf Jahren.
Was Anke Schütz an ihrem Ehrenamt besonders gefällt, ist die Kameradschaft zwischen den Kollegen. Mit denen sitzt sie nach getaner Arbeit oft noch zusammen. »Wir quatschen viel.« Schade findet die 22-Jährige, dass sie die einzige Frau in der Wertheimer Feuerwehr ist. Schütz wünscht sich eine Kollegin, mit der sie auch mal über andere Themen sprechen kann als Fußball und Autos.
Henne im Korb
»Ein bisschen Kraft braucht man für die Arbeit«, sagt Schütz, als sie einen Feuerwehrschlauch aus einem der Fahrzeuge wuchtet. Aber die männlichen Kollegen helfen gern. Das Dasein als Henne im Korb hat also doch ein paar Vorteile.

Beitrag von  Nicole Koller veröffentlicht unter http://www.main-netz.de/nachrichten/region/wertheim/wertheim/art4003,2450418

 

 

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