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Einsatzbericht Schwelbrand 03.02.2012 PDF Drucken E-Mail
Einsätze

Zur Nachschau in Kreuzwertheim, Rauchgeruch in der Hauptstraße“ - Einsatzbericht Schwelbrand im Dachstuhl Kreuzwertheim am 03.02.2012

Bei diesem Alarmstichwort überlegen sich viele Feuerwehrleute, das Gerätehaus überhaupt anzufahren. Erfahrungsgemäß liegt hier die Fehlalarmquote bei mehr als 75%. Dass es aber auch anders ausgehen kann, können Sie in diesem Bericht lesen.

Die Szene im Feuerwehrhaus:
An diesem Freitagabend stand ein regulärer Übungsabend im Rahmen der Winterschulung an. Nach diesem Abend saßen noch einige Kameraden im Bereitschaftsraum, um gemütlich das soeben Erlernte nochmals Revue passieren zu lassen.
Es klopfte kurz und der Besitzer eines Wohnhauses in der Hauptstraße in Kreuzwertheim bat um Hilfe: es hatte auf seinem Balkon gebrannt, den Brand konnte er allerdings selbst mit einem Feuerlöscher ersticken. Allerdings qualme es immer noch aus dem Dachbereich und er hätte gerne, dass die Feuerwehr das nochmals prüfe.
Die Kameraden im Gerätehaus zogen sich also um, als eine Alarmierung mit dem Stichwort „Zur Nachschau in Kreuzwertheim, Rauchgeruch in der Hauptstraße“ erfolgte. Der Brandgeruch war von Nachbarn in der Hauptstraße ebenfalls wahrgenommen worden, die -ganz richtig- daraufhin  dies bei der Leitstelle in Würzburg meldeten und somit die Alarmierung auslösten.
Kurz nach der Alarmmeldung konnte das Tanklöschfahrzeug ausrücken.

Die Szene für die Feuerwehrleute, die nicht im Feuerwehrhaus waren:
Um 21:15 Uhr schlagen die Funkmelder Alarm „Zur Nachschau in Kreuzwertheim, Rauchgeruch in der Hauptstraße“. Kurz nach der Durchsage konnte bereits vernommen werden, dass das erste Fahrzeug auf der Anfahrt war (siehe oben).

Es bot sich für die ersten Kräfte folgende Lage:

Der Angriffstrupp konnte eine Rauchentwicklung im Bereich des Dachstuhls feststellen, allerdings keine offenen Flammen. Somit musste weiter erkundet werden, unter anderem durch das Öffnen der Dachhaut, um den Dachunterbau zu kontrollieren.
Kurz auf diese erste  Lagemeldung folgend wurde das Löschgruppenfahrzeug zur Verkehrssicherung angefordert.
Zwischenzeitlich wurde festgestellt, dass sich ein Schwelbrand im Dachgebälk befand, sich in Richtung First fortsetzte und ein Hubrettungsfahrzeug zur Unterstützung benötigt wurde.
Da die Kreuzwertheimer Drehleiter seit Juli 2011 wegen eines Schadens am Leitersatz außer Dienst stand, wurde die Drehleiter aus Wertheim angefordert.

Der Einsatz der Drehleiter wurde vorbereitet, die Wasserversorgung aufgebaut und weitere Trupps unter Atemschutz aufgestellt. Ebenso wurde die Hauptstraße voll gesperrt, um ein sicheres Arbeiten und die richtige Aufstellung der Fahrzeuge zu ermöglichen.

Unter Atemschutz wurde nach Eintreffen der Drehleiter mit Hilfe einer Kettensäge vom Korb aus das Dach abgedeckt, geöffnet und die Glutnester mittels D-Strahlrohr abgelöscht. Die Trupps wechselten durch, so dass insgesamt 4 Trupps zum Einsatz kamen.

Um schneller und gezielter zum Löscherfolg zu kommen, wurde um kurz nach 22:00 Uhr die Drehleiter aus Marktheidenfeld zur Unterstützung alarmiert.

Kurz nach 24 Uhr war der betroffene Dachbereich komplett auch mit Unterstützung einer Wärmebildkamera kontrolliert worden. Es wurden keine weiteren Glutstellen entdeckt, so dass mit dem Abbau und den Reinigungsarbeiten begonnen werden konnte.

Bedingt durch die bitterkalten Außentemperaturen von ca. -15°C ergaben sich am Rande des Einsatzgeschehens einige Kuriositäten, wie beispielsweise an der Maske festgefrorene Lungenautomaten der Atemschutzgeräte und Strahlrohre, die komplett zugefroren waren und erst nach dem Auftauen wieder auf dem Fahrzeug verlastet werden konnten. Auch die Deckel der Hydranten ließen sich erst nach einigen Versuchen öffnen, das austretende Löschwasser gefror binnen Sekunden zu spiegelnden Eisflächen.

Persönliches Fazit eines Kameraden aus diesem Einsatz:

Bei dieser doch recht häufig vorkommenden Einsatzmeldung „Nachschau“ und dem Resultat, kein Einsatz erforderlich, hätte er es sich nicht träumen lassen, eine halbe Stunde später unter Atemschutz aus dem Korb der Drehleiter Löscharbeiten durchführen zu müssen.
Somit bestärkt es ihn (und andere), auch weiterhin- trotz eines eventuellen Fehleinsatzes – anzufahren. Obiger Einsatz kann sich durchaus in ähnlicher Form wiederholen und dann wird jeder einzelne gebraucht.