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Einsatzbericht Busunfall BAB3 28.01.2007 PDF Drucken E-Mail
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Einsatzbericht Busunfall A3 28.01.2007.

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Bei einem schweren Busunfall auf der A 3 sind am frühen Sonntagmorgen, 28. Januar 2007 über 30 Insassen zum Teil schwer verletzt worden. Der belgische Reisebus war nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Das Fahrzeug kam erst am Ende einer etwa 15 Meter langen Böschung zum Liegen. Nach den neuesten Erkenntnissen waren in dem belgischen Reisebus 42 Männer und Frauen im Alter von 21 - 77 Jahren auf der Rückreise von einem Skiaufenthalt in Südtirol. Mit an Bord waren noch der 52-jährige Fahrer und ein Ersatzfahrer, der zum Zeitpunkt des Unfalls nach eigenen Angaben schlief. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen muss davon ausgegangen werden, dass der Fahrer am Steuer eingeschlafen ist.

 Der Bus startete gegen 19:00 Uhr von Südtirol aus Richtung Belgien. Kurz vor 4:00 Uhr kam es dann ca. drei Kilometer vor der Anschlussstelle Marktheidenfeld zu dem Unfall. Der Bus walzte zunächst etwa 100 Meter Leitplanken nieder und fuhr anschließend eine Böschung hinunter. Dort ist das Fahrzeug umgekippt.

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Sieben Reisende wurden schwer, zwei von ihnen lebensgefährlich verletzt. Die übrigen Businsassen, darunter auch der Fahrer, kamen mit leichteren Verletzungen bzw. mit einem Schock davon. Inzwischen steht fest, dass 34 Personen in Krankenhäuser nach Würzburg, Wertheim, Frankfurt, Aschaffenburg, Marktheidenfeld, Tauberbischofsheim, Karlstadt und Lohr eingeliefert wurden.

Einige der Verletzten wurden von den Rettungskräften in äußerst schwierigen Rettungsaktionen aus dem umgestürzten Bus befreit. Es waren mehrere Personen im und unter dem Bus eingeklemmt. Die Rettungsmaßnahmen gestalten sich äußerst schwierig, weil der Boden aufgeweicht war und nur sehr schwierig halt bot. Erst danach konnte der Reisebus aufgerichtet werden. Glücklicherweise haben sich Befürchtungen, dass sich noch jemand unter dem Bus befinden würde, nicht bestätigt. Mit Hilfe von Leiterteilen und Leinen wurde die Böschung begehbar gemacht.

Bei den beiden Personen, die bei dem Busunfall lebensgefährliche Verletzungen davongetragen haben, handelt es sich um eine 53-jährige Frau und einen 33-jährigen Mann. Sie wurden mit einem Rettungswagen nach Würzburg und mit einem Hubschrauber nach Frankfurt in Krankenhäuser eingeliefert.

Es lässt sich zur Stunde (15:50 Uhr) noch immer nicht genau sagen, wie viele der ursprünglich 34 in Krankenhäuser eingelieferten Verletzten dort noch behandelt werden. Fest steht, dass bei einigen von ihnen nur eine ambulante Behandlung erforderlich war, nach der sie die Kliniken wieder verlassen konnten.

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An der Einsatzstelle waren die Feuerwehr Marktheidenfeld, Kreuzwertheim, Wertheim unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Elmar Väth eingesetzt. An der Mehrzweckhalle Altfeld kümmerte sich die Unterstützungsgruppe Katastrophenschutz des Landkreises Main-Spessart und die Feuerwehr Altfeld um die Versorgung der unverletzten Businsassen und deren Registrierung, bis zum späteren Zeitpunkt Betreuungsschnelleinsatzgruppen und Notfallseelsorger eintrafen. Auch weitere Führungsdienstgrade der Kreisbrandinspektionen standen auf Abruf. Von Seiten der Feuerwehren waren rund 85 Einsatzkräfte eingesetzt.

 Die THW-Ortsverbände Marktheidenfeld und Wertheim unterstützen mit 37 Helfern.ebenfalls die schwierige Rettungsaktion am Bus. Ein Großaufgebot von 180 Rettungseinsatzkräften waren mit 18 Notärzten, sechs Schnelleinsatzgruppen (zwei Betreuung und vier San), 16 Rettungstransportwagen, 21 Krankentransportwagen, die Sanitätseinsatzleitung im der Unterstützungsgruppe San-EL und ein Rettungshubschrauber versorgten die 45 Businsassen. Auch die Polizei war mit einem Großaufgebot vertreten.

Erwähnenswert ist das vorbildliche Verhalten eines holländischen Lkw-Fahrers. Der 26-Jährige hatte als einer der ersten direkt an der Unfallstelle angehalten und den Rettungskräften sofort die freie Ladefläche seines Sattelaufliegers für die Behandlung von Verletzten zur Verfügung gestellt. Bei regnerischem Wetter konnten dadurch etwa 30 Verletzte im Trockenen behandelt werden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Der 52-jährige Fahrer, der zum Unfallzeitpunkt am Steuer des Reisebusses saß, wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Würzburg vorläufig festgenommen. Am Montag entscheidet sich dann, ob eine Vorführung beim Ermittlungsrichter erfolgt. Gegen den Mann wurde u.a. wegen fahrlässiger Körperverletzung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Mit Hilfe von Spezialfahrzeugen ist es gelungen, den total beschädigten Reisebus die Böschung hochzuziehen. Gegen 13:00 Uhr konnte der Verkehr in Richtung Frankfurt wieder freigegeben werden kann.