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Neue Drehleiter als Höhepunkt

Neuwahlen an der Jahreshauptversammlung des Feuerwehrvereins Kreuzwertheim

Nach einer einjährigen Corona-Pause konnte die Feuerwehr Kreuzwertheim ihre Jahreshauptversammlung wieder in Präsenz abhalten. Auf Grund von Bauarbeiten im Fürstin-Wanda-Haus fand diese im Feuerwehrgerätehaus statt. Neben den Berichten der Vorstandschaft der Feuerwehrvereins und den Funktionsträgern der aktiven Wehr stand die Neuwahl der Vorstandschaft des Feuerwehrvereins auf der Tagesordnung. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch zahlreiche Ehrungen, sowie die Grußworte des Bürgermeisters Klaus Thoma und des Kreisbrandmeisters (KBM) Thomas Baumann.

Vorstand Jochen May stellte die aktuellen Mitgliederzahlen vor, die sich aktuell aus 134 Mitgliedern zusammensetzen. Auf Grund der Corona-Pandemie mussten zahlreiche Veranstaltungen abgesagt werden oder fanden in einem kleineren Rahmen statt. Als Highlight berichtete May von der Fahrzeugweihe der im letzten Jahr neu bschafften Drehleiter. In 2022 sind wieder mehr Aktionen geplant. Insbesondere wird am 10. Juli ein Tag der offenen Tür stattfinden.

Auf 63 Übungstermine und 57 Einsätze konnte Kommandant Andreas Gottschalk zurückblicken. Während der Übungsdienst zum Jahresbeginn 2021 digital angehalten wurde, mussten die Handgriffe bei den zahlreichen Einsätzen aber direkt sitzen. Gottschalk dankte daher allen für den gezeigten Einsatz in dieser schwierigen Zeit, so dass die Einsatzsicherheit jederzeit gewährleistet war. Beim Vergleich der Einsatzzahlen der letzten Jahre merkte er an, dass man dieses Jahr merke, dass die Pandemie vorbei ist und die Leute wieder mehr unterwegs seien. Zur Jahreshälfte steht die Wehr bereits bei 42 Einsätzen und liegt somit auf Rekordkurs. Im Pandemiejahr 2020 waren es insgesamt lediglich 49 Einsatze gewesen.

Erfreulich war im letzten Jahr die Jugendarbeit. So konnten vier Feuerwehranwärter nach absolvierter Grundausbildung in den aktiven Dienst übernommen werden. Bei den Fort- und Weiterbildungen nahm die neue Drehleiter den Hauptanteil ein. So wurden 9 Personen in einer Standortschulung zu Korb- und drei Kameraden zu Drehleitermaschinisten ausgebildet. Erstere kommen bei stehender Leiter oben im Korb zum Einsatz, während zweitgenannte das Fahrzeug selber auch fahren und bedienen können. Zusätzlich kann Gottschalk auf einen weiteren Zugführer in seiner Wehr zurückgreifen.

Sein Stellvertreter Jan Klüpfel berichtete von der Schnittstelle zur Politik. Bei der Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans wurden weitere wichtige Punkte abgearbeitet. Der Marktteil Röttbach wartet auf die Auslieferung eines wasserführenden Fahrzeugs. Daher wurde dort auch eine Atemschutzgruppe aufgebaut, die gemeinsam mit der Kreuzwertheimer Truppe übt. Des weiteren wurde die Beschaffung der Drehleiter abgeschlossen und ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug bestellt. Auch beim Thema Gerätehausneubau gibt es Fortschritte. Eine Expertenrunde mit Vertretern der Feuerwehr, des Gemeinderats, des Landratsamtes mit verschiedenen Sachgebieten, der Regierung von Unterfranken, sowie den örtlichen Sachbearbeitern aus dem Rathaus tagt unter Leitung von Bürgermeister Thoma um die wichtigsten Planungspunkte vorab klären zu können.

Michael Senfleben, Leiter der Atemschutzabteilung, konnte letztes Jahr auf 28 Geräteträger aus den Wehren Kreuzwertheim und Röttbach im Übungsbetrieb zurückgreifen. Sieben Einsätzen konnten 2021 nur unter Einsatz mit Atemschutzgerät erfolgreich absolviert werden. Da Senfleben seine Position zum Jahreswechsel seinem Nachfolger übergeben hatte, wurde er für seine 25-jährige Zeit, die er diese Position begleitet hatte, entsprechend geehrt. Zum Dank erhielt er eine "Atemschutzflasche in Gold".

Über den Verlust von vier seiner Mitglieder zeigte sich Jugendwart Alex Scholl erfreut. Konnte er diese ja zu den Aktiven weiterreichen. Er gratulierte ihnen zur "schwierigsten Grundausbildung seit Jahren". Durch pandemiebedingten Übungsausfall zog sich diese über 2 Jahre bis endlich die Prüfung abgelegt werden konnte. Des weiteren konnten fünf Mitglieder der Jugendwehr erfolgreich am Wissenstest teilnehmen. Dringend auf weiteren Nachwuchs ist die Kinderfeuerwehr angewiesen. Zum Jahreswechsel konnte Michael Grötzbach mit seinem Team nur auf 5 Kinder zurückgreifen. Im Jahresverlauf stehen viele Programmpunkte im und um das Gerätehaus auf dem Programm, so dass die Kinder spielerisch mit der Feuerwehr vertraut gemacht werden. "Jeder ist willkommen", machte Grötzbach nochmal deutlich.

Der Tagesordnungspunkt "Bericht des Kassiers" war dieses Jahr ein besonderer. Es war der letzte Bericht nach 36-jähriger Tätigkeit von Volker Klein. Fast schon wehmütig musste er auf Grund vieler entfallener Feste und Tätigkeiten ein kleines Defizit verkünden. Dies konnte Bürgermeister Thoma nicht akzeptieren und versprach den Fehlbetrag zu übernehmen. Zum Dank für seine langjährigen Verdienste bekam auch Klein ein Präsent überreicht.

Drei Neuerungen ergaben die Wahlen der neuen Vorstandschaft. Kassier Volker Klein wurde von Lorenz Klein abgelöst. Bei den Kassenprüfern übernimmt fortan Christian Seubert für Thomas Klein und bei den Beisitzern wurde Severin Krichel neu gewählt. Alle weiteren Personen wurden in ihren Ämtern bestätigt. Hier kann die komplette Vorstandschaft eingesehen werden.

Die folgenden Ehrungen gab es in erster Linie für langjährige Zugehörigkeit. So wurden Theresa Krichel (10 Jahre), Christan Seubert, Jan Klüpfel, Severin Krichel, Steffen Schütz (alle 20), Daniel Mittelsdort, Tobias Kronmüller (beide 25), Jochen May (30) sowie Harald Jeßberger, Reinhold Günzelmann und Volker Klein (alle 40) für ihr Engagement ausgezeichnet. Die beiden Alterskameraden Horst Klüpfel und Jürgen Becher wurden nachträglich für ihre Lebensleistung in der Wehr geehrt. Becher war lange Jahre als Jungendwart und Kommandantenstellvertreter tätig, Klüpfel als Gruppenführer und Ausbilder. Um ihnen einen würdigen Rahmen zu ermöglichen war diese Ehrung verschoben worden, um in Präsenz stattfinden zu können. Den vier Übergängen in die aktive Wehr wurden zusätzlich von Jugendwart Scholl eine Ehrenamtsurkunde überreicht. Darüber durften sich Jan Theobald, Lennard Fröber, Philipp Klein und Till Kaufmann freuen.

Abgerundet wurde die Versammlung von den Grußworten. Bürgermeister Thoma griff zunächst das Thema Feuerwehrbedarfsplan auf. Er berichtete über die Notwendigkeit die verschiedenen Fahrzeuge neu zu Beschaffen. Insgesamt hat die Marktgemeinde dafür abzüglich Förderungen eine Summe von knapp einer Million Euro investiert. "Einmalig in der Geschichte Kreuzwertheims", betonte Thoma. Er sah das Geld aber sehr gut angelegt, da auf die Feuerwehr stets Verlass ist. "Und das trotz Ehrenamt, für das man Gesundheit und Leben aufs Spiel setzt, um anderen zu helfen. Das ist vielen Bürgern gar nicht bewusst.". Auch für die Ortsgemeinschaft wird durch diverse Tätigkeiten, wie beispielsweise dem Maibaumaufstellen, viel getan. Kritisch zeigte sich Thoma beim Thema Gerätehausneubau gegenüber den überörtlichen Behörden und dem Gesetzgeber. Es sei für ihn unverständlich, dass die Feuerwehr nicht privilegiert sei, und somit hohe planerische Hürden genommen werden müssen. Hier würde er sich ein schnelleres Verfahren wünschen.

KBM Baumann lobte in seinen Grußworten den ausgezeichneten Ausbildungsstand und die sehr gute Jugendarbeit in Kreuzwertheim. Für ihn als Mitglied der Kreisbrandinspektion sei es wichtig zu wissen, dass er sich bei Einsätzen hundertprozentig auf eine professionelle Arbeit verlassen kann. Er gratulierte Bürgermeister Thoma zu seiner Wehr und betonte, "die Investitionen seien sehr gut angelegtes Geld für die Gemeinde."

Den Abend konnten alle Mitglieder im Hof hinter dem Gerätehaus beim gemütlichen Beisammensein ausklingen lassen. Ein Dank geht hier an die Rotkreuzbereitschaft Kreuzwertheim, welche die Verpflegung für den Abend übernommen hatte.